Laubbläser: Zur Laubentfernung ab Januar verboten – Geräte werden in Zukunft Windräder antreiben

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Laubbläser
Laubbläser. Der Terror hat bald ein Ende. Foto: Hector Alejandro / Lizenz: CC BY 2.0

Sie sind ein Schrecken jeder Wohnanlage: Laubbläser. Während früher der Hausmeister das Laub mit einem Rechen zusammenkehrte, schmeißt er heute den als Penisverlängerung verschrieenen Laubbläser an. Mit ohrenbetäubendem Lärm bläst er dann jeden Tag in einer stundenlangen Prozedur das Laub zusammen und tötet dabei auch noch jede Menge Kleinslebewesen. Inzwischen werden die Laubbläser auch von den Kommunen zur Straßenreinigung eingesetzt – und nicht nur im Herbst. Auch zur Streusplitentsorgung oder gar zum Schneeräumen kommen die Geräte zum Einsatz und auch zur Entfernung von Kleinabfällen auf Wegen und Plätzen. Es macht ja auch einen schönen Spaß, im August ein paar Papierschnipsel minutenlang in der Luft tanzen zu lassen und damit die Anwohner zu terrorisieren.

Doch nun ist endlich Schluss damit. Eine neue Lärm- und Umweltverordnung dreht den überflüssigen Radaumachern ein für alle Mal den Benzinhahn zu. Ab dem 1. Januar 2014 sind alle Laubbläser zur Laubentfernung und Reinigung in Deutschland verboten.

Die Frage ist jedoch, was mit den vorhandenen Geräten passiert. Hier hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) selbstverständlich eine passende Anschlussverwendung ausgetüftelt. Die Geräte können bis 31. Januar 2014 in den Gemeinden abgegeben werden. Hierbei erhält der Benutzer je nach Zustand und Leistung des Geräts bis zu 40 % des Wiederbeschaffungswertes.

Windrad
Produziert bald auch bei Windstille Strom: Windrad. Laubbläser sorgen für den notwendigen Wind. Foto: Peter Heilmann / Lizenz: CC BY 2.0

Die Geräte werden dann zur Stromerzeugung eingesetzt. Sie werden dabei vor Windrädern montiert und bei Windstille angeworfen, um die Rotorblätter zum Drehen zu bringen. Etwas salopp gesagt, pusten sie die Windräder an. Damit werden vorhandene Einrichtungen (eben Windräder und die Laubbläser) auf raffinierte Weise besser ausgereizt und speziell die erneuerbaren Energien (eben Windräder) gestützt. Der Wirkungsgrad eines Windrades kann durch das Vorhaben um bis zu 23 % erhöht werden. Die Lärmemissionen werden keineswegs nur verlagert, da der Einsatz der Laubbläser nur an Windrädern erfolgen wird, die einen ausreichenden Abstand zu Wohnhäusern aufweisen. Die Umweltbelastung durch Lärm geht also tatsächlich zurück, was der Gesundheit der Bürger zugutekommt.

Geräte der leiseren Kategorie 2 sollen punktuell auch bei der Postzustellung per Fahrrad eingesetzt werden. Durch das Rückstoßprinzip müssen die Postzusteller weniger Kraft zum Treten aufwenden, was die Effizienz bei der Zustellung erhöht.

13 Gedanken zu „Laubbläser: Zur Laubentfernung ab Januar verboten – Geräte werden in Zukunft Windräder antreiben“

  1. Sauerei! Schweinerei!

    Ich habe mir zum Herbstanfang 2013 so einen Laubbläser gekauft. Er ist sehr nützlich, weil ich dann nicht mehr das Laub mühsam mit dem Rechen oder dem Besen fegen und dann noch in die Biotonne füllen muss. Einfach den Laubbläser an und das Laub zum Nachbarn oder auf die Straße gepustet. Lärm? kann ich nicht nachvollziehen, ich habe dicke Ohrenschützer!

    Die EU soll mal lieber dafür sorgen, dass den Bäumen verboten wird, das Laub im Herbst abzuwerfen. Dann hätte ich diese Arbeit nämlich auch gespart. Ich gehe sogar noch weiter, der Schnee im Winter muss auch verboten werden. Sonst kommt die EU noch auf den Gedanken, meinen Benzin getriebenen Schneeräumer zu verbieten. Den kleinen Traktor brauche im im Sommer auch zum Rasen mähen, da kommt dann einfach ein Mähwerk statt einer Schneeschleuder vor. Also auch noch verbieten, dass das Graß wächst.

    Mehr sag ich nicht zu(m) E(uropäischen) U(nsinn)

    1. Menschen wie Ihnen ist es dabei doch tatsächlich noch erlaubt, Schnee mit einem Fön zu schmelzen… Ich halte Sie sogar für kreativ genug, den auf einen Benzinmotor umzurüsten – damit wenigstens Ihre Ohrenschützer noch Sinn machen.
      Andererseits könnten Sie sich auch versuchen, Ihr Grundstück komplett zu überdachen, falls Sie auch durch das Scheinen der Sonne belästigt werden, liegt eigentlich nahe. Ich kann aber leider keinen Vorschlag zum Wegpusten des Windes machen – na, Ihnen fällt da doch bestimmt noch etwas ein?

      1. Aber den laubgeblasenen Golfplatz lieben Sie doch sicherlich auch.
        Die dröhnen dort mit Flugzeugmotoren das Laub über die Range, daß es mir weit entfernt noch Zwerchfellsausen verursacht. Aber die kleinen Nachäffer maßregeln, die sind ja einer Lobby nicht fähig!!!!

  2. Ich finde es richtig das 2-Takt Laubgebläse nicht mehr zum einsatz kommen dürfen, es nervt nur noch.

    Es gibt von der Firma Dolmar 4-Takt Blasgeräte die wesenlich leiser sind wenn mann unbedingt mit so ein ding arbeiten möchte.

    Verbraucht auch weniger Benzin.

  3. Sehr geehrter Herr Husmester Katschmarek hierbei geht es nicht um den Lärm den SIE ertragen müssen sondern Bürger wie die morgens um 6:10 von der Nachtschicht kommt und um 7:30 durch diesen Lärm am schlafen gehindert wird! Soweit ich weiß gab es früher nicht so viele Hausmeisterservices weil die Leute keinen „Bock“ hatten alles mit dem Rechen aufzusammeln! DANN lamen die Laubbläser und diese Dienstleistung schoss aus dem Boden wie Pilze! Also mal runter vom hohen Ross denn wie es so schön heißt…..das Pech weniger ist das Glücg vieler

  4. Ich träume von dem Januar, an dem dieser Traum wahr wird!
    Dieser ganzjährige Irrsinn ist kaum zu überbieten. Für etwas Staub mit vier Blättchen wird jetzt auch im Frühling und Sommer ein Höllenlärm veranstaltet. Keiner nimmt mehr einen Besen oder eine Harke in die Hand, sondern terrorisiert die Mitmenschen täglich mit „Baustellenkrach“. Pervers! Städte und Wohnungsgesellschaften machen es vor und beraten an anderer Stelle die Bürger bzgl. Energiesparen.
    Die Leute sind doch jetzt schon überfordert in ihren Jobs mit Arbeitsverdichtung, werden im dauernd zähfließenden Verkehr zu aggressiven Dränglern und kriegen dann in ihrer Freizeit auch nur noch Lärm geboten. Es lebe das Volk der Egomanen, die am Wochenende mit ihren SUV zwecks Bewegung dann ins Fitnessstudio fahren …

  5. Immerhin machen die Dinger ordentlich Krach und Dreck (Emissionswerte rauf) und töten eine Menge Insekten und andere
    Viecher!
    Eine Harke hat so was Gestriges, naja, ist auch nicht effizient!

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